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Aktuelles / 13. März 2026

3 Fragen an Prof. Dr. Katharina Kluczniok, Professorin für Erziehungswissenschaften an der Freien Universität Berlin

In unserer Blogserie „Drei Fragen an …“ lassen wir Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis zu Wort kommen. Wir sprechen über ihre persönlichen Beweggründe, aktuelle fachliche Einschätzungen und darüber, warum es gerade jetzt starke gemeinsame Impulse für die frühe Bildung in Deutschland braucht.

Heute im Gespräch: Prof. Dr. Katharina Kluczniok, Professorin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt frühkindliche Bildung und Erziehung an der Freien Universität Berlin.

I. Was hat Ihr Interesse an früher Bildung geweckt – beruflich oder persönlich?

In meinem Studium in Bamberg wurde ich das erste Mal mit der Frage konfrontiert, was eigentlich eine qualitativ gute Kita ausmacht, wie man dies erkennen und worauf man diese Einschätzung stützen kann. Wir haben damals verschiedene Kitas besucht und auf Basis von Qualitätskriterien eingeschätzt. Dabei konnten wir Qualitätsunterschiede z.B. in der sprachlichen Anregung, in der räumlichen Gestaltung und in den Interaktionen zwischen den Kindern feststellen. Mich hat dann weiter interessiert, wie sich der Kitabesuch auf die Kinder und die Familien auswirkt, welche Bedeutung Kitas gesellschaftlich haben und wie Kinder den Übergang in die Grundschule bewältigen. Seitdem forsche ich zur Qualität in Kitas und in der Familie und den Auswirkungen auf die Kinder sowie zum Übergang in die Grundschule.

II. Welche größte Herausforderung für die Wirksamkeit früher Bildung in Deutschland sehen Sie aktuell?

Das Kita-System in Deutschland zeichnet sich durch eine große Vielfalt an Einrichtungstypen, Angeboten, Konzepten und Trägern aus. Diese Vielfalt ist einerseits gut. Andererseits mangelt es ihm an Verbindlichkeit. Und genau da sehe ich einen großen Druckpunkt, den es von allen Beteiligten zu lösen gilt – auch um das System langfristig wieder zu stabilisieren und die Arbeitsbedingungen für die Fachkräfte zu verbessern. Qualitätsstandards für die frühe Bildung könnten zu mehr Verbindlichkeit und Bildungsgerechtigkeit in ganz Deutschland beitragen. So wäre gewährleistet, dass ein Kind unabhängig davon, wo und welche Kita es besucht, ein Mindestmaß an Anregungsqualität erfährt, z.B. im sprachlichen Bereich. Auch wenn die Einführung solcher qualitativen Standards erstmal mit Kosten und Mehraufwand verbunden ist, werden sich diese Investitionen lohnen – für die Kinder und die Gesellschaft.

III. Welches Forschungsergebnis, Projekt oder Diskurs hat Sie zuletzt besonders zum Nachdenken gebracht?

Mich beschäftigen die aktuellen Diskussionen um die Vorbereitung der Kinder zum Übergang in die Schule. Ich nehme hier einen Aktionismus wahr, der aus meiner Sicht in die falsche Richtung geht. Konkret meine ich z. B. die ABC-Klassen oder Juniorklassen, die die Kinder fit für die Schule machen sollen. Hier werden die Kinder aus ihrer gewohnten Kita-Umgebung herausgenommen und mit Bussen zu den Schulen gefahren, um dort für ein paar Stunden pro Woche eine spezifische sprachliche Förderung zu erhalten. Warum kann diese Förderung nicht in der Kita stattfinden? Es gibt etablierte Konzepte, was eine hochwertige sprachliche Bildung ausmacht, wie sie unterstützt und qualitätsvoll umgesetzt werden kann, wie z.B. aus den großen Sprach-Programmen des Bundes. Was es zum Gelingen in den Kitas unbedingt braucht, sind verbindliche Rahmenbedingungen. Hier sind besonders die Funktionsstellen für Sprache sowie Qualitätsstandards für sprachliche Bildung und für weitere Bildungsbereiche zu nennen. Aus meiner Sicht wäre also eine datengestützte Qualitätsentwicklung in den Kitas der richtige Ansatzpunkt, um für alle Kinder bestmögliche Bildungschancen unabhängig ihrer sozialen Herkunft zu schaffen.

 

Porträt Prof. Dr. Katharina Kluczniok / Foto: Kohler Bamberg.

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